Geburtsdatum, Geburtsort: 22. Dezember 1914, Trier
Todesdatum, Sterbeort: 23. April 1941, Hadamar
Beruf: unbekannt
Paul Hesseler war 26 Jahre alt, als er am 23. April 1941 in der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar ermordet wurde. Bereits im Alter von elf Jahren war Paul am 7. Oktober 1936 in die Heil- und Pflegeanstalt in Andernach eingewiesen worden. Vermutlich hatte ein Arzt bei ihm im Vorfeld dieser Einweisung eine mutmaßliche psychische Erkrankung diagnostiziert, die eine Verwahrung in einer Anstalt dauerhaft notwendig machen sollte.
Andernach fungierte im Rahmen der „Aktion T4“ als Zwischenanstalt, in der Patient:innen für den Weitertransport in eine von reichsweit sechs eingerichteten Tötungsanstalten transportiert wurden. Paul wurde von Andernach aus gemeinsam mit 88 weiteren Patient:innen in den „grauen Bussen“ der eigens für diese Transporte gegründeten GeKrat GmbH nach Hadamar transportiert. Hier wurde er jedoch nicht wieder als Patient aufgenommen. Die geräumte Anstalt diente in dieser Zeit einzig und allein als Mordzentrum für die ankommenden Menschen. Diese wurden direkt von den Bussen aus in den Keller der Anstalt geführt, wo sie in einer als Duschraum getarnten Gaskammer durch Kohlenmonoxidgas ermordet worden sind.
Quellen: Christoph Schneider/Claudia Stul (Bearb.): Gedenkbuch zur Erinnerung an die 1941–1945 in der Tötungsanstalt Hadamar Ermordeten, Hadamar ²2019.
Autor:in: Lena Haase